Mein erstes iPad habe ich mir in meiner Studienzeit gekauft (2012). Damals hatte ich neben dem Spielzeug-Gadget-Faktor auch im Sinn, das Ding als Begleiter für mein Studium zu benutzen. Als Hintergrund sei dabei erwähnt, dass ich Wirtschaftsinformatik studiert habe und auch immer schon eine Leidenschaft für alles hatte, was einen Bildschirm hat.

Teile meiner Kommilitonen haben die ganzen Skripte wirklich noch ausgedruckt. Und zwar alle. Hunderte Seiten Skript, vom Prof als PDF verteilt, wurden ausgedruckt, in unhandliche Ordner geheftet, jeden Tag zur Uni und zurück getragen, damit man auf jeder dritten Seite mal ein Wort farblich hervorheben konnte. Immer ein wichtiges Argument dabei:

“Ich kann einfach besser damit lernen, wenn es auf Papier steht.”

Oder umformuliert

“Die digitalen Medien schaffen es nicht, mir das gleiche Lern-“Erlebnis” zu präsentieren wie ein Blatt Papier mit einem Kasten Buntstifte das kann.”

Mag hart klingen, aber im Endeffekt liegt doch genau hier das Problem. Ich bin sehr technikaffin, ich habe ein Studium in der IT-Branche absolviert, ich arbeite als IT-Consultant und bin immer einigermaßen informiert über die neusten Technik-Trends. Aber selbst ich habe es nur bedingt geschafft, meinen Studienalltag auf meinen digitalen Geräten unterzubringen.

Durch eine Kombination aus einem Macbook Air und einem iPad 2 kam ich der Sache schon sehr nahe: Das MacbookAir ist für den Uni-Alltag genial – es ist super portabel (DIN A4-Block) und bietet ausreichend Leistung für ein Studium. Der 13″-Bildschirm lenkt auch nicht allzu sehr ab von der Präsentation des Profs. (Manche Studenten sind bei uns hinter 17″-Laptops einfach verschwunden). Zum Kommentieren von PDFs ist er aber leider nur bedingt geeignet, vor allem zum Drin-Rum-Malen ist er einfach nicht gedacht.

Hier kommt dann das iPad ins Spiel und gibt mir das Gefühl eines digitalen A4-Blocks/-Blattes, an dem ich direkt eingreifen kann.  Hat aber auch ein paar Schwächen:

  • Ich habe immer nur eine Seite im Zugriff – wenn ich etwas Nachschlagen will, muss ich die App wechseln und kann das aktuelle Blatt nicht mal eben daneben legen.
  • Dann ist das Schreiben auf der virtuellen iPad-Tastatur eben maximal “ok”, aber für längere Texte einfach nicht komfortabel. Zur Mitschrift in der Vorlesung also nur bedingt zu empfehlen
  • Ich hatte damals nur einen mäßigen iPad-Stift, mit dem handschriftliche Notizen nicht wirklich Spaß machen. Ich habe noch keinen wirklich guten Stift in der Hand gehabt, vielleicht ist der Apple Pencil hier wirklich das Heilmittel.

Ich wurde hier gerne mal das Surface Pro von Microsoft in der Praxis sehen, das war damals leider noch nicht auf dem Markt. Von der Idee her könnte das eigentlich die eierlegende Wollmilchsau sein, die man sich hier erhofft hat – ein Laptop mit Darauf-Mal-Funktion und gescheitem Stift.

Hier habe ich mich jetzt viel über Hardware ausgelassen, eigentlich beschäftigt aktuell aber etwas anderes, eher Allgemeineres über die Bildungsbranche. Aber dazu in einem anderen Artikel mehr.

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